Sonntag, 19. März 2017

Jubiläum ...

 
D A N K E  !!!
 
 
Liebe Freunde meines Lesebuchs,
 
gerade habe ich entdeckt, dass ich ein kleines "Jubiläum" feiern darf!
 
 
Ich habe die 20.000er Marke geknackt!
 
 
Auch wenn ich daran ja keinen direkten Anteil habe - ein gaaaaanz kleines bisschen stolz bin ich trotzdem ...
 
Ich möchte  mich hiermit bei allen bedanken, die immer wieder auf meiner Seite vorbeischauen, meine Geschichten lesen und auch mal einen Kommentar hinterlassen.
 
Ohne Euch, das Publikum, wäre dieser Blog nämlich überflüssig wie ein Blinddarm.
 
Ich wünsche Euch allen noch einen schönen Sonntag - auch wenn der Frühling eine Pause einlegt und es kalt und regnerisch ist ...
 
Um so gemütlicher ist es dann zu Hause hinterm warmen Ofen...
 
Liebe Grüße
 
Eure Geschichten-Erzählerin

Mittwoch, 15. März 2017

Beschäftigungstherapie

Liebe Freunde meines Lesebuchs,
 
was tut man, wenn der Ehemann  bis zum Mittag schläft, und man ihn nicht stören will? Man schaltet den Fernseher ein. Irgend etwas läuft ja da immer. Man hat Unterhaltung (wenn sonst schon keiner mit einem redet), und ab und zu lernt man sogar etwas aus diesen Sendungen.
 
Kitty ist so eine Geplagte. Ihr Mann sitzt oft die halbe Nacht über Sportsendungen (bevorzugt Fußball), und verschläft dann den halben Tag.
 
Welche Konsequenzen sich letzten Endes daraus ergeben, könnt ihr in meiner neuen Reizwort-Geschichte nachlesen ...
 
Die Reizwörter, die dieses Mal unterzubringen waren, lauten: 
 
 
Blütenkelch - Langschläfer - garstig - unbarmherzig - wirbeln
 

 
Hier könnt Ihr nachsehen, ob meinen Kolleginnen
 
Lore   
 
zu diesen Wörtern etwas eingefallen ist.  


Liebe Grüße
Eure Geschichten-Erzählerin
 
 


Beschäftigungstherapie
 
„Du lieber Himmel - was ist denn das wieder für ein Gehopse! Ist das noch vom letzten Fasching - oder die neueste Kreation des Fernsehballetts? Und diese grässliche Musik - wie hältst du das nur aus?“ Mit zusammengekniffenen Augen beobachtet Jochen eine Formation junger Mädchen, die auf dem Fernsehbildschirm über eine blumengeschmückte Bühne wirbeln - mit einer Geschwindigkeit, dass ihre bunten Kleidchen wie Blütenkelche im Wind auf- und ab fliegen. 
„Keine Ahnung - hab gerade erst umgeschaltet.“ Kitty legt die Fernbedienung auf den Tisch, stemmt sich aus ihrer bequemen Lage  hoch und drückt ihrem eben aus den Federn gekrochenen Ehemann einen Kuss auf die vom Schlaf zerzausten Haare. „Guten Morgen, du Langschläfer! - Möchtest  du jetzt frühstücken, oder soll ich dir gleich das Abendessen servieren?“  
„Musst du immer so garstig ein?“ Der Vorwurf in Jochens Stimme ist nicht zu überhören. 
„Ich bin nicht garstig - ich stelle Tatsachen fest!“, antwortet Kitty trocken.  „immerhin ist es halb eins - da wird die Frage doch wohl erlaubt sein!“ 
„Ich war  die halbe Nacht auf!“, verteidigt Jochen sich halbherzig. 
„Logisch - es gab bestimmt wieder irgend ein hochwichtiges Fußballspiel.  Fußball, Fußball über alles - über alles in der Welt ... - Was war es denn diesmal? Hintertupfingen gegen Vorderpusemuckel - oder so was?“ 
„Quatsch. Champions-League. Halbfinale. Real Madrid gegen ...“ 
„Mir doch egal. Du weißt, Fußball interessiert mich ungefähr so wie dich die Aufzucht von Stallhasen!“ 
„Wie lange bist du denn schon auf?“, will Jochen wissen. 
„Seit fünf.“ 
„Und die ganze Zeit hängst du vor dem Fernseher rum?“ 
„Ja du lieber Gott - besser ein blöder Fernseher, als gar keine Unterhaltung!“ antwortet Kitty spitz. „Krach machen durfte ich ja nicht, damit Euer Durchlaucht nicht in seiner wohlverdienten Ruhe gestört wird. Also konnte ich weder den Staubsauger anwerfen, noch Möbel rücken, oder in der Küche mit Töpfen scheppern. Anrufen kann ich mitten in der Nacht auch niemanden. Was ist mir denn anderes übrig geblieben?“ 
„Du hängst doch auch sonst ständig vor der Glotze!“ Jochen flegelt sich auf die Couch, angelt nach der halbleeren Tüte Kartoffelchips, die  gestern Abend niemand mehr aufgeräumt hat, und kaut genüsslich. „Und was für Schwachsinn du dir manchmal reinziehst! - Das fängt doch schon am Morgen an - mit diesen ganzen komischen Gesundheitsmagazinen. Kein Wunder, dass du dauernd irgendwelche seltsamen Leiden hast - die lernst du doch durchs Fernsehen erst kennen! Und dann erst die Kochsendungen!“ Er redet sich allmählich in Rage.  „Jeden Tag mindestens drei, quer durch alle Programme. Du starrst wie gebannt diesen geschniegelten Figuren in ihren blütenweißen Schürzen auf die Finger, wie sie dekorativ irgendwelche Kräutlein, Körnchen oder Wiesenblümchen auf höchst absonderliche Gerichte drapieren. Und was kriege ich zu essen? Dreimal in der Woche  Schinkennudeln!“ 
„Ist doch gar nicht wahr. Gestern gab es Bratkartoffeln mit Spiegelei!“, protestiert Kitty. 
„Stimmt. Immer schön abwechselnd. Und am Sonntag gehe ich mir dir ins Restaurant. Damit ich wenigstens einmal in der Woche  was Gescheites zu essen kriege!“ 
„Du Ärmster! Die unzulängliche Ernährung scheint dir aber nicht schlecht zu bekommen - zieht man dein niedliches Bäuchlein in Betracht!“ Kitty grinst. „Aber mich stört das nicht. Man liegt so schön weich drauf!“ Wie zum Beweis legt sie ihren Kopf auf Jochens Bauch und lässt sich genüsslich den Kopf kraulen. 
Nun muss auch Jochen lachen. „Aus dir hätte vermutlich eine Katze werden sollen! - Deine Eltern müssen da  irgendwas falsch gemacht haben!“ 
„Gott sei Dank haben sie das! Katzen müssen doch dauernd Milch schlabbern und Mäuse fressen - und beides ist mir zutiefst zuwider! Aber immerhin - sie haben mir den passenden Namen gegeben - Kitty. So heißen viele Katzen!“ 
„Na schön. Vielleicht könnte sich ja das Schmusetier jetzt trotzdem mal erheben und seinem Gönner einen Kaffee servieren?“ 
„Denkste! Heute bist du an der Reihe, deinen Kaffee mal selber zu kochen. Deine angeheiratete Bedienung hat nämlich gerade Mittagspause! - Und außerdem: Wenn die Tanzsendung zu Ende ist, dann kommt als nächstes diese Antiquitäten-Versteigerung von ...“ 
„Neeeeein!“, schreit Jochen, reißt die  Fernbedienung an sich,  und drückt unbarmherzig auf die Aus-Taste. 
„Was soll das?“, empört sich Kitty. „Du kannst doch nicht einfach ...“ 
„Doch, mein Schatz. Heute wirst du dir mal nicht das alte Gerümpel von anderen Leuten anschauen. Heute marschieren wir in unseren eigenen Keller - da gibt es genug davon zu sehen!“ 
Dein altes Gerümpel!“,  korrigiert Kitty. „Oder von wem stammt denn das verrostete Pferdegeschirr von anno dazumal? Von deinem Opa! Oder die tonnenschweren, goldverschnörkelten Bilderrahmen? Und was ist mit dem potthässlichen Gipskopf mit den Engelsflügelchen, den Tante Dorothea dir vermacht hat? So was scheußliches hätte ich nie aufgehoben!“ 
„Das sind alles Andenken!“ protestiert Jochen. 
„Na schön. Dann sammle mal deine ganzen Andenken zusammen, und wenn du damit fertig bist, werde ich mich damit bei dieser Versteigerungs-Sendung bewerben. Vielleicht kann man den Kram ja wenigstens zu Geld machen. Und wenn nicht, dann haben die Zuschauer wenigstens was zu lachen!





 
© Christine Rieger / 2017















 

















 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 


 

 


 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Mittwoch, 1. März 2017

Schöne neue Zeit ...

Liebe Freunde meines Lesebuchs,
 
einige von Euch können sich garantiert noch an die gute alte Zeit erinnern, in der solche schönen Dinge wie Handy, Laptop, WhatsApp, Facebook und SMS höchstens in den Köpfen ihrer Erfinder präsent waren. Und - haben wir damals irgend etwas vermisst?
 
Also, ich wünsche mir diese Zeit wieder zurück, in der es ruhiger und beschaulicher zuging. Als man Verabredungen per Postkarte traf und sich am Tisch noch miteinander unterhielt, statt sich gegenüber zu sitzen und per SMS zu kommunizieren ...
 
Aber - die Entwicklung ist nicht aufzuhalten. Wir müssen uns wohl oder übel damit abfinden und das Beste daraus machen ...
 
Um diese schöne neue Zeit dreht sich auch meine heutige Reizwort-Geschichte mit folgenden Reizwörtern: 



Pflanzen - Erde - kritisch - freuen - nerven
 
 
Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen!
 

Eure Geschichten-Erzählerin
 
 
Lest bitte auch bei meinen Kolleginnen  
Lore   
Martina   

 
 



 Schöne neue Zeit ...
 

„Himmeldonnerwetter! Diese bescheuerten Hotlines nerven mich noch mal zu Tode!“ Fluchend wirft Carla das tragbare Telefon aufs Bett. „Geht es denn nirgends mehr ohne diese vermaledeiten Automaten?“
 
„Was ist denn jetzt schon wieder los?“, fragt Konstantin kopfschüttelnd.
 
„Ich versuche seit heute Morgen, im Baumarkt  anzurufen, weil ich fragen will, ob sie schon wieder Pflanzen für den Balkon haben“, wettert Carla. „Aber ständig höre ich dieses verwünschte: „Pling-pling-pling-pling ... - leider sind unsere Leitungen zur Zeit alle belegt. Bitte haben sie noch etwas Geduld, sie werden gleich verbunden! - pling-pling-pling-pling  ... - Ich habe jetzt aber keine Geduld mehr, verdammt noch mal!“
 
„Und - kommst du deswegen schneller durch?“, fragt Konstantin trocken. Diese ständigen Ausbrüche seiner Frau können ganz schön anstrengend sein! Wegen jeder Kleinigkeit fährt sie aus der Haut ... - als ob ihre Wutanfälle an den Zuständen irgend etwas ändern würden!
 
„Ach, Mensch, ich hasse diese neue Zeit!“ Carla ist den Tränen nahe. „Überall gerät man nur noch an blöde Automaten. Egal, ob man zum Friseur gehen möchte, eine Fahrkarte für den Bus kaufen oder seine Lebensmittel bezahlen will - jedes Mal muss man sich erst durch ein endloses Fragespiel durcharbeiten. „Wenn sie das und das wollen, drücken sie bitte die „eins“. Haben sie Fragen zu dem und dem, drücken sie bitte die „zwei“. Wollen sie reklamieren, dann legen sie am besten gleich wieder auf“, äfft sie die Automatenstimme nach. Und so weiter und so weiter. Bis man dann endlich ein menschliches Wesen an der Strippe hat, ist man an Altersschwäche gestorben!“
 
„Nun übertreib doch nicht so!“ Konstantin lacht geradeheraus. „Soooo alt bist du nun auch wieder nicht!“
 
„Ich finde das absolut nicht komisch!“ Carlas Zorn wendet sich auf der Stelle ihrem Gatten zu. „Irgendwann kommt  der Zeitpunkt, an dem du mit deiner Umwelt nur noch über Automaten  kommunizieren kannst.  Vielleicht fangen deine technischen Geräte ja dann an,  mit dir zu reden. Beispielsweise haut dir der Kühlschrank morgens die Meldung um die Ohren, dass du gestern dein letztes Frühstücksei gegessen hast, und es heute keins gibt. Die Personenwaage lacht hämisch und nennt dich einen alten Fettsack, weil du schon wieder zwei Kilo zugenommen hast.  Der Fernseher erzählt dir mit süffisantem Grinsen, dass das Fußballspiel, das du sehen wolltest, gerade zu Ende ist, und du hast es leider, leider verschlafen.  Oder dein Auto verweigert dir den Dienst, weil du es schon seit vier Wochen nicht mehr aus der Garage geholt hast, und es jetzt wegen Frischluftmangels erstickt ist ..."
 
„Hör auf - sonst ersticke ich - aber vor Lachen!“ Konstantin wischt sich die Lachtränen aus dem Gesicht. Seine Frau ist aber auch  zu komisch in ihrem Zorn! 
 
„Was war das früher schön, als es noch keine Smartphones, Tablets und Laptops gab! Da kam der Postbote zweimal am Tag, und wir konnten uns darauf freuen. Denn er hatte fast immer irgend etwas Interessantes dabei. Und heute - wenn er überhaupt kommt, dann allenfalls zweimal in der Woche. Und das, was er dann mitbringt, sind unbezahlte Rechnungen - oder Werbung!"
 
„Dafür durftest du damals vierzehn Tage warten, bis ein Brief endlich bei dir ankam. Verabredungen wurden per Postkarte getroffen - die musste man ewig lang vorher abschicken - sonst klappte das nicht. Heute schickst  du eine SMS - und das Date kann innerhalb einer Stunde stattfinden. Und wenn ich nur daran denke, dass man früher zwanzigbändige Lexika im Wohnzimmer stehen hatte, nur um nachzulesen, wie weit die Entfernung von der Erde zum Mars ist ... - nee, da ist mir mein Handy heute schon sehr viel lieber! Das passt wenigstens in meine Hosentasche!“
 
„Naja - so gesehen, hast du ja Recht“, gibt Carla zu. „Und trotzdem - ich sehe diese ganze Entwicklung  kritisch Wo soll denn das hinführen, wenn nur noch Maschinen die Arbeit machen? - Stell dir doch mal vor, du gehst zum Arzt, weil du Bauchschmerzen hast. Und dann steht dir statt eines Menschen so ein Roboter gegenüber, der dir erst mal ein Frage- und Antwortspiel serviert:
 
 Bitte drücken sie die Taste eins, wenn sie Rückenschmerzen haben. Die Taste zwei, wenn ihnen der Kopf wehtut. Die Taste drei, wenn sie ... - na, und so weiter. So ungefähr bis zur Taste zweihundertvierunddreißig hörst du dir den Quatsch an, bis deine Krankheit endlich dabei ist.
 
Du entscheidest dich für "Bauchschmerzen".  Und dann geht es munter weiter:
 
"Haben sie die Bauchschmerzen ständig, dann drücken sie bitte die eins. Haben sie die nur nach einer größeren Fressorgie, dann drücken sie bitte ... " Nach ungefähr eineinhalb Stunden piekt  dir "Doktor Robot"  mit seinem Metallarm in den Bauch  und spuckt am Schluss ein Rezept aus. Natürlich nur, wenn du erst mal einen Obolus in seinen großen Rachen geworfen hast. So ähnlich wie bei den Parkschein-Automaten ...“
 
„Ja, und wenn du ins Krankenhaus musst, dann stehen um dein Bett lauter solche Maschinen herum“, spinnt Konstantin den Gedanken weiter.  „Der eine Roboter haut dir eine Spritze rein, der nächste ist für die Bettpfanne zuständig, ein anderer zieht dir die Gummistrümpfe an, und wenn du Glück hast, kommt mal einer vorbei und tröstet dich, dass du ja alles bald überstanden hast. Ob lebend oder tot - das sagt er natürlich nicht!“
 
„Nette Aussichten!“ Nun muss auch Carla lachen. „Aber - was kann man denn dagegen tun?“
 
„Gar nichts“, meint Konstantin gelassen. „Die Entwicklung ist nicht  aufzuhalten. Wir können nur hoffen, dass wir das nicht mehr erleben müssen! - Aber was anderes: Bevor du jetzt noch länger das Telefon verfluchst,  fahren wir einfach hin. Dann sehen wir ja, ob  die Geranien schon wieder eingetroffen sind.“

Gute Idee“, meint Carla. „Bei dieser Gelegenheit kann ich mich gleich mal nach einem neuen Rasenteppich und Balkonmöbeln umsehen!“

 
 
© Christine Rieger / 2017